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Bildungs­verein "Märchen­koffer" in Hannover: Mehrspra­chigkeit kann Integration befördern

Stefan Dräger, Vorstands­vor­sit­zender der Drägerwerk AG: „Der bilinguale Schub ist jetzt unumkehrbar“

fmks zur Vorstellung der Grundzüge des "Landes­konzept Bilingualer Unterricht in Schleswig-Holstein" durch das Bildungs­mi­nis­terium

Logo des fmks frühe mehrsprachigkeit an kindergärten und schulen e.V.

Am 11.06.2021 hat das schleswig-holstei­nische Bildungs­mi­nis­terium auf einer Presse­kon­ferenz im Europäischen Hansemuseum in Lübeck die Fertig­stellung seines Konzepts angekündigt.

Wenn die Presse­kon­ferenz auch vieles noch offenließ, begrüßen wir als fmks | Verein für frühe Mehrspra­chigkeit an Kinder­ta­ges­ein­rich­tungen und Schulen e.V. die Absicht, endlich ein solches Konzept vorzulegen. Wir meinen, dass Kinder und Jugendliche über alle schulischen Bildungs­ein­rich­tungen hinweg kontinu­ierlich Angebote erhalten sollten, bei denen Sachfächer in einer Fremdsprache unterrichtet werden (bilingualer Unterricht). Solche durchgängigen Bildungs­bio­grafien beziehungsweise Verbund­projekte von Kita bis zum Schulab­schluss sind in besonderem Maß erfolgreich.

Der fmks fordert daher, dass Kitas und Schulen im Verbund zusammen­ar­beiten, wie es zum Beispiel bereits in Lübeck aufgrund einer lokalen Initiative und auch in Altenholz der Fall ist. Wir meinen, dass es bedauerlich ist, dass das für Kitas zuständige Sozial­mi­nis­terium offenbar nicht eingebunden worden war. Das Land sollte sich endlich zum Ziel setzen, Verbund­projekte von Kitas und Schulen zu etablieren, damit möglichst viele Kinder davon profitieren können. So wurde sehr eindrucksvoll von einigen anwesenden Kindern vorgeführt, welche Qualität das Englisch im Lübecker Verbundmodel erreicht.

Positiv bewerten wir, dass bilinguale Angebote für alle Schularten vorgesehen sind. Unsere Forderungen hierzu: Bilinguale Angebote sollen für alle Schulen nieder­schwellig umsetzbar sein. Sie sollten unkompliziert und großzügig vom Land Schleswig-Holstein unterstützt werden. Dazu gehört der politische Wille, einher­gehend mit finanziellen Ressourcen, wie zum Beispiel:

  • Schulen müssen fachlich und personell, auch mit Stundenkontingenten, unterstützt werden. Lehrkräfte müssen gezielt an Schulen mit bilingualem Unterricht versetzt werden können und es muss ausreichende Unterstützung durch regelmäßige Fortbildungsangebote sowie Austauschmöglichkeiten geben.
  • Hochschulen sollten Zusatzqualifikationen „Bilingualer Unterricht und Immersives Lernen“ oder Studiengänge zum Europalehrer wie in Karlsruhe oder Freiburg anbieten. Zumindest sind Module zum sprachsensiblen und immersiven Lernen in die Lehrerausbildung zu integrieren, da didaktisches Wissen hierzu für Lehrkräfte an allen Schularten und in allen Fächern notwendig ist, unabhängig vom bilingualen Unterricht.
  • Es muss klar sein, dass das zu erreichende Sprachniveau von dem prozentualen Anteil der Zielsprache im Unterricht abhängig ist.

Wie Kinder und Schulen von bilingualem Unterricht profitieren, stellte Prof. Dr. Dominik Rumlich, Universität Paderborn, in einem spannenden Vortrag dar. Er führte aus, dass bilingualer Unterricht mit einem höheren Selbst­konzept verbunden ist, was wiederum Motivation und Lernen generell positiv beeinflusst.

Der fmks erwartet, dass außer Englisch im Landes­konzept auch Sprachen Berück­sich­tigung finden, die migrati­ons­bedingt bedeutungsvoll sind und durch die Hierar­chi­sierung der Sprachen bislang vernach­lässigt wurden. Hierzu zählen zum Beispiel Türkisch, Arabisch, Polnisch und Russisch.

Die Sprach­för­derung von Nicht-Kita-Kindern in Berlin feiert Geburtstag

mit einem Jubilä­umsspiel. Zu gewinnen sind 5 Bücher­pakete mit Geschichten vom Kleinen Stern und seinen Freunden.

Wie kann man mitmachen? Ladet diese Geburts­tagskarte hier herunter und gestaltet sie. Ihr könnt die Karte ausdrucken, anmalen und oder auf eurem Handy oder Tablet anmalen und etwas schreiben. Macht ein Foto von eurer Postkarte und teilt sie mit uns über Social Media! Mit dem Hashtag #Edusation und markiert uns in eurem Posting: Bei Instagram: @derklei­nestern_lerner­lebnis Bei Facebook @Der Kleine Stern Oder schickt uns eure Postkarte per Mail an fitfuerdieschule@edusation.de.

Die Edusation gGmbH möchte allen Kindern ihre faire Chance geben. Kein Kind soll mehr ohne die nötige Förderung eingeschult werden. In den letzten fünf Jahren hat Edusation fast 700 Kinder aus über 20 Herkunfts­ländern auf dem Weg in die Grundschule begleitet. Dabei vermitteln Pädagog*innen und Künstler*innen Sprache mit theater- und kunstpäd­ago­gischen Methoden.

Der fmks trauert um Prof. Dr. Henning Wode

Auf seine Initiative wurde vor 21 Jahren der fmks /Verein für frühe Mehrspra­chigkeit an Kitas und Schulen in Kiel gegründet. Henning Wode war dem fmks bis zu seinem Tod als Vorstands­mitglied verbunden.

Seine umfang­reiche, auf dem "Sprachbad" Immersion basierende Forschung zum frühen Fremdspra­chen­erwerb, zu bilingualer zweispra­chiger Erziehung in Kitas und bilingualem Unterricht an Primar- und Sekundar­schulen gab dem fmks die wissen­schaftliche Basis. Die Zielsetzung des fmks, Forschungs­er­gebnisse in der Praxis an Kitas und Schulen, bei Eltern und bei der Bildungs­ver­waltung zum Nutzen von Kindern bekannt zu machen, gelang dank seines unermüd­lichen Einsatzes. Wichtig war ihm, dass möglichst viele Kinder von der erfolg­reichen immersiven Methode profitieren, gleich welcher Herkunft und gleich welcher Sprache. Mit wissen­schaftlich fundierten Argumenten kämpfte er als Pionier des modernen Fremdspra­chen­erwerbs beharrlich und zäh gegen hergebrachte Ansichten und weit verbreitete Vorbehalte. Der Bildungs­ver­waltung zeigte er auf, wie der Anspruch der EU auf solide Dreispra­chigkeit erfüllt werden könnte.

1996 hat Henning Wode die deutsch-englisch bilinguale Ausrichtung im AWO-Kinder­garten in Altenholz bei Kiel initiiert und begleitet. Dem folgte 1999 unter seiner Ägide der bundesweit erste deutsch-englisch bilinguale Zweig an einer staatlichen Grundschule, der Claus-Rixen-Schule in Altenholz. Beides existiert heute noch und hat als Leuchtturm über Schleswig-Holstein hinaus gewirkt.

In Schleswig-Holstein war er Ideengeber und Verfechter des bilingualen Sachfach­un­ter­richts an Gymnasien mit großem Gewinn für das sprachliche Können der Schüle­rinnen und Schüler. In zahllosen Diskus­sionen und Workshops hat Henning Wode Forschung und Praxis zusammen­ge­bracht. In allen seinen Veranstal­tungen warb er für die Chancen von Kindern, mehrsprachig sein zu dürfen oder zu werden, und zeigte die vielen, sich eröffnenden, Perspektiven auf.

Der fmks hat Henning Wode sehr viel zu verdanken. Er hat den fmks weit über Kiel und Schleswig-Holstein hinaus bekannt gemacht. Mit seinem Wissen, seiner Energie, seiner Lebens­er­fahrung und mit seiner sehr persön­lichen Art und seinem Begeis­te­rungs­vermögen in zahlreichen inspirie­renden Gesprächs­runden hat er uns wesentliche Orientierung gegeben. Er war für den fmks Fundament und Kompass zugleich. Seine Forschung lebt in seinen ehemaligen wissen­schaft­lichen Mitarbei­te­rinnen und Mitarbeitern weiter, die jetzt an Univer­sitäten und Schulen lehren und ganz im Sinne ihres wissen­schaft­lichen Ziehvaters für seine Überzeugung kämpfen und dem fmks weiterhin verbunden sind.

Prof. Dr. Henning Wode starb am 28.05.2021 im Alter von 84 Jahren. Das Weiterleben seiner Forschung ist uns allen Trost.

Der Vorstand des fmks Dr. Annette Lommel, Uta Fischer, Ilka Maserkopf, Dr. habil Anja Steinlen, Christian Keitel, Dr. Reyhan Kuyumcu

Für seine ehemaligen Mitarbeiter*innen: Prof. Dr. Ocke-Schwen Bohn, Prof. Dr. Petra Burmeister, Prof. Dr. Kristin Kersten, Dr. Angelika Kußmaul, Dr. Christine Möller-Omrani, Prof. Dr. Thorsten Piske, Prof. Dr. Andreas Rohde, Dr. Christine TIefenthal, Dr. Detlef Ufert, Dr. Thomas Vogel

Lesen Sie hier einen Artikel von 1999, der an Aktualität in vielen Bereichen nichts eingebüßt hat

Wode, Henning, Burmeister, Petra, Daniel, Angelika und Rohde, Andreas (1999). Verbund­mög­lich­keiten von Kinder­garten, Grundschule und Sekundarstufe I im Hinblick auf den Einsatz von bilingualem Unterricht. Zeitschrift für Interkul­tu­rellen Fremdspra­chen­un­terricht [Online], 4(2), 17 pp.


 

Vergleich: Bilingualer Unterricht und Sprach-AG in Grundschulen

Unterschiede und Gemein­sam­keiten

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Die Tabelle (PDF) bezieht sich auf den bayrischen Schulversuch „Bilinguale Grundschule Französisch“ (2021). Der fmks bedankt sich bei der Stiftung Bildungspakt Bayern und dem Bayerischen Staats­mi­nis­terium für Unterricht und Kultus für die Bereit­stellung.

Zwei wesentliche Unterschiede zwischen beiden Lernformen sind:

1.  Die Kontaktzeit beträgt im bilingualen Unterricht im Schnitt mindestens sechs Wochen­stunden, in der Französisch-AG bis zu drei Stunden.

2.  Ziel im bilingualen Unterricht ist es, gleich­zeitig indivi­duelle Lernfort­schritte im Sachfach und im Sprach­lern­prozess zu ermöglichen. Sprachliche Mittel haben überwiegend dienende Funktion.

Ziel in der Französisch-AG ist es, indivi­duelle Lernfort­schritte im Sprach­lern­prozess zu ermöglichen.

Einladung: Online-Befragung von Lehrkräften

... zum englisch- und deutsch­spra­chigen Fachun­terricht

Voraus­setzung: Sie haben an einer Grundschule oder einer Sekundarstufe 1 vor Corona im Schuljahr 2018/19 wenigstens eine Klasse der Jahrgänge 4, 5 oder 6 unterrichtet. Die Umfrage ist anonym. Die Ergebnisse erhalten Sie automatisch. Zur Umfrage:

https://www.soscisurvey.de/STILE_Univer­si­taet­Hil­desheim/

Ein Projekt der Uni Hildesheim und weiterer Univer­sitäten. Kontakt: Prof. Dr. Kristin Kersten, Aenne Blackman und Fenja Funke (Projekt­ko­or­di­nation) (blackman@uni-hildesheim.de, funkef@uni-hildesheim.de)

Das Potential mehrsprachig aufwach­sender Kinder heben

Eine Sendung aus dem Deutsch­landfunk zum Thema, wie wichtig die Anerkennung und Pflege der Herkunfts­sprachen ist.

 

Kinder für eine sprach­wis­sen­schaftliche Studie gesucht

Kim Nguyen, Universität Marburg, sucht Eltern mit ein- oder mehrsprachig aufwach­senden Kindern im Alter zwischen 4 und 6 Jahren. Mehr Information hier (PDF-Datei) oder mailen Sie an nguyenk5@students.uni.marburg.de

Buchemp­fehlung: Die Macht der Mehrspra­chigkeit: Über Herkunft und Vielfalt

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von Olga Grjasnowa

 

Immer mehr Menschen sprechen ganz selbst­ver­ständlich mehr als eine Sprache. Eine Tatsache, die nicht zuletzt die Vielfalt der Biografien in unserer sich wandelnden Gesell­schaft widerspiegelt.

Oft jedoch gilt Mehrspra­chigkeit nur als Kennzeichen guter oder gar elitärer Bildung. In jedem Fall ist Mehrspra­chigkeit eine Fähigkeit, die etwas über die indivi­duellen Biografien wie auch über die sich wandelnde Gesell­schaft insgesamt aussagt.

Wie ist es, zwischen zwei oder sogar drei Sprachen hin und her wechseln zu können? Warum wird Französisch als Zweitsprache mehr geachtet als Türkisch? Sollte Mehrspra­chigkeit nicht generell viel mehr Wertschätzung erfahren und gezielt gefördert werden? Der fmks mein: Ja, unbedingt!

ISBN: 978-3-411-75658-2, Reihe: Duden-Sachbuch, 2021

Petition: Kein au revoir für die franzö­sischen Sprach­för­der­kräfte in Rheinland-Pfalz

Unterzeichnung der Petition bis 11. Mai 2021 möglich

Eine Petition will das deutsch-franzö­sische Programm in Kitas „Lerne die Sprache des Nachbarn“ (LSN) in Rheinland-Pfalz aufrecht­er­halten. Die Initiative LSN bittet um Unterzeichnung der Petition an den Landtag. Damit sollen deutsch-franzö­sische Kitas weiterhin gesichert werden. Dies wäre auch im Sinne des Elysée- und des Aachener Vertrags beziehungsweise des deutsch-franzö­sischen Freund­schafts­ab­kommens. Zur Petition

Wie Lehrkräfte mit Flucht- oder Migrati­ons­bio­grafie Lehrer*in in Scheswig-Holstein werden können

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Sie haben Ihre Ausbildung zur Lehrkraft im Ausland absolviert? Dann können Sie sich bei InterTeach in Flensburg oder in Kiel bewerben. 10 Bewerber*innen können sich in Schleswig-Holstein ausbilden lassen und dann für den Schuldienst als Angestellte/r bewerben. Zur InterTeach Bewerbung

 

Erfolg­reicher Start der digitalen Veranstal­tungsreihe des fmks rund um die Mehrspra­chigkeit

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Bei der Veranstaltung waren 195 Teilneh­menden aus europäischen (Deutschland, Luxembourg, Belgien, Griechenland und weiteren) und außereu­ro­päischen Ländern (Indien, VAE, USA, Chile und weitere).

Wie angekündigt hier die Links aus dem Vortrag von Ilka Maserkopf

 

Tag der Mutter­sprache

Heute ist der „Interna­tionale Tag der Mutter­sprache“. Er wird seit dem Jahr 2000 begangen, nachdem die UNESCO, die Bildungs­or­ga­ni­sation der Vereinten Nationen UNO, ihn eingeführt hat. Er soll die Mehrspra­chigkeit fördern. Mehrere Sprachen zu sprechen, ist ein Gewinn. Wir können damit die Welt aus einem anderen Blickwinkel betrachten, Einblick in andere Kulturen gewinnen und zum gegenseitigen Verständnis und Respekt beitragen.

2021 steht der „Interna­tionale Tag der Mutter­sprache“ unter dem Motto, Minder­hei­ten­sprachen zu schützen. Viele der mehr als 7000 gespro­chenen Sprachen auf der Welt werden nur in einem kleinen Gebiet der Erde und nur von einem ganz kleinen Teil der Menschheit gesprochen. Viele dieser Sprachen sterben aus oder drohen auszusterben.

Englisch in der Grundschule: Bilingualer Unterricht im Vergleich zu Englisch als Fremdsprache

Englisch in der Grundschule:

Programme mit intensivem bilingualem Unterricht führen zu sehr guten Englisch-Ergebnissen (Niveau A2/B1) und guten, alters­gemäßen Deutsch-Ergebnissen.  Anja Steinlen hat hierzu Forschungs­er­gebnisse und eigene Studien zusammen­ge­stellt. Mehr lesen.

Dr. habil. Anja K. Steinlen ist wissen­schaftliche Mitarbeiterin am Lehrstuhl für Fremdspra­chen­di­daktik an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg.

Digitaler Arbeitskreis "Biogra­fisches und kreatives Schreiben" für pädago­gische Fachkräfte im Lockdown

Der Online-Arbeitskreis zu „Biogra­fisches und kreatives Schreiben“ im Lockdown von Alison Mannion-Ghanbari ist gut angekommen und es finden seitdem offene Gruppen wöchentlich statt. Hier das Kurzkonzept und erste Erfahrungen.

Alison Mannion-Ghanbari ist Referentin für Personal­ent­wicklung und interkul­turelle Angele­gen­heiten bei FRÖBEL Bildung und Erziehung

 

Umfrage zu „Mehrspra­chigkeit und Emotionen“

Kersten Kristin

Im alltäg­lichen Leben sind wir oft mit unseren Emotionen und den Emotionen anderer konfrontiert. Die Umfrage stellt Fragen zu Ihren persön­lichen Eigenschaften und Ihrem persön­lichen Erleben von Emotionen in verschiedenen Situationen und Sprachen, die Sie sprechen.

Dauer 30 Minuten. Für jede Teilnahme spendet das Team von Frau Prof. Kristin Kersten, Universität Hildesheim, einen Euro an den gemein­nützigen Verein "Aktion Mensch e.V." . Fragen zur Umfrage bitte an Martin J. Koch kochm@uni-hildesheim.de

Zur Umfrage

Wissen­schaftler*innen gegen Rückver­legung des Englisch­beginns von Klasse 1 in Klasse 3

Lesen Sie hier die Stellungnahme der Vertreter*innen der Fremdspra­chen­for­schung gegen
die Rückver­legung des Englisch­un­ter­richts in Klasse 3 in Nordrhein-Westfalen.

Die Rückver­legung sieht der "Masterplan Grundschule NRW" für das Schuljahr 2021/22 vor. Statt in Klasse 1 soll Englisch dann erst in Klasse 3 beginnen. Die Wissen­schaftler*innen sehen darin wenig Sinn. So gäbe es auch keine überzeu­genden Belege dafür, dass Kinder besser Mathe und Deutsch lernen, wenn sie später mit Englisch beginnen. Eines der weiteren zahlreichen Argumente der Wissen­schaftler*innen lautet:

"... In einer digitalen, globalen Welt werden Englisch­kenntnisse immer wichtiger und sollten somit so früh wie möglich gefördert werden. Das frühe Fremdspra­chen­lernen wird auch nachdrücklich durch die Europäische Union gefordert (European Council 2019). Die Forschung zeigt zudem, dass neben dem intensiven Kontakt zur Fremdsprache auch Kontinuität einen wichtigen Prädiktor für Lernerfolg darstellt. NRW gehört zu einem jener Bundes­länder, in denen die Anzahl der bilingualen Kinder­gärten stetig steigt. Durch den Beginn in Klasse 3 entsteht für diese Lernenden ein Bruch in ihrer Lernbio­graphie. ..."

Eine Zeitlang hieß es, der Vorsprung des Englisch­beginns in Klasse 1 sei spätestens in Klasse 7 nicht mehr nachweisbar (Jaekel et al. 2017). Diese These bezeichnet derselbe Wissen­schaftler, Dr. Nils Jakel, mittlerweile als nicht mehr haltbar (Jaekel 2018): „Die Ergebnisse haben sich umgekehrt.“

 

Deutscher Schulpreis für die Deutsche Schule „Mariscal Braun“ in La Paz, Bolivien

Deutsche Schule Mariscal Braun La Paz Bolivien

Diese Deutsche Schule in La Paz unterricht Deutsch mit dem Sprachbad Immersion. Die wenigsten Kinder der 1200 Kinder­gar­ten­kinder und Schüler*innen sprechen zu Hause in der Familie Deutsch, sondern die meisten stammen aus bolivia­nischen Familien. Das Sprachbad Immersion in Deutsch beginnt im bilingualen Kinder­garten und dauert bis zum Schulab­schluss und ist sehr erfolgreich.

Der fmks gratuliert der Deutschen Schule "Mariscal Braun" herzlich zum Deutschen Schulpreis! Mehr Information

 

Digita­li­sierung und Schreiben

Viele neu zugewanderte Jugendliche verwenden beim Verfassen von Hausaufgaben den Google Übersetzer.

Dass hierbei selten die Erstsprachen verwendet werden, ist zunächst ein unerwarteter Befund, wird jedoch bei Betrachtung der Funkti­onsweise maschi­neller Überset­zungs­systeme und der Sprach­politik der Herkunfts­re­gionen erklärbar. Die videogra­phische Studie der Master­arbeit zeigt, dass

  • die Verwendung des Google Übersetzers 1. eine bewusst reflektierte Schreibstrategie im Umgang mit sprachlicher Überforderung darstellt,
  • sie 2. mit einer Verschiebung von produktiven hin zu rezeptiven Sprachhandlungen einhergeht und
  • sie 3. als Ansatzpunkt für schulisch Förderdiagnosen und Schreibberatung geeignet ist.

„Der Schreib­prozess neu zugewan­derter Jugend­licher bei der Erledigung schrift­licher Hausaufgaben in der Sekundarstufe I unter Verwendung des maschi­nellen Überset­zungs­pro­gramms Google Übersetzer. Eine videogra­phische Studie anhand dreier Fallbei­spiele in Schleswig-Holstein“, Laura Villwock  (2019) lauravillwock@outlook.de

 

QITA - Qualität in zwei- und mehrspra­chigen Kinder­ta­ges­ein­rich­tungen

QITA-Kriteri­en­handbuch für den Bereich Sprache und Mehrspra­chigkeit

Von Nadine Kolb & Uta Fischer unter Mitarbeit von Eva Hammes-Di Bernardo, Annette Lommel, Ilka Maserkopf und Andreas Rohde

Das QITA-Kriteri­en­handbuch des fmks benennt Gelingens­faktoren für den mehrspra­chigen Kita-Alltag und den Umgang mit kultureller Vielfalt. Es wurde von der Robert Bosch Stiftung begleitet und gefördert.

kostenloser Download

QITA-Kriteri­en­handbuch gedruckt bestellen (nur ein Exemplar möglich)

Mehr zu QITA im Schulportal von Florentine Anders

Kontakt
Verein für frühe Mehrspra­chigkeit an
Kinder­ta­ges­ein­rich­tungen
und Schulen fmks e. V.

Steenbeker Weg 81
24106 Kiel
+49 431 389 04 79
fmks@fmks.eu